Jetzt soll der gesamte Schulhof der Gemeinschaftsschule mit zunächst 7 Videokameras gem. des Artikels im Courier vom 15.06.2019 bestückt werden, um die Übeltäter für den Vandalismus und die Schmierereien nun endlich dingfest machen zu können. Nachdem die CDU – Fraktion sich endlich von dem Gedanken der umlaufenden Einzäunung des gesamten Schulgeländes mit verschließbaren Toren verabschiedet hat, wird mit gleicher Vehemenz dem totalen Überwachungsantrag der SPD unter dem Motto: „The big brother is watching you“ hinterhergelaufen, immer unter der Prämisse, wie kriegen wir es hin, dass uns kein Bürger mehr wählt und wählen kann.Hinweis, dass beantragende Fraktion sonst auf Bundes-, Landes- und Kreisebene sich stets mit Nachdruck gegen eine Installation von Videokameras ausgesprochen hat.

Mit verständnislosem Kopfschütteln stellen sich die Boostedter Bürgerinnen und Bürger mit Sorge die Frage: Was will der zuständige Ausschuss mit diesen falschen Signalen bezwecken?Natürlich waren alle Bürgerinnen und Bürger schockiert und empört, ich auch, über die Schmierereien und den Vandalismus, der noch vor einem guten halben Jahr an vielen Stellen der Schule festzustellen waren.

Ja, dagegen musste etwas unternommen werden. Doch man sollte die Kirche im Dorf Boostedt lassen. Seit über einem halben Jahr wurden gerade einmal 3 (meist kleinere) Delikte festgestellt und die auch noch während der Schulzeit, in der ohnehin die jetzt beschlossenen Videokameras aus Datenschutzgründen abgeschaltet werden müssen. Bis heute sind weder ein Schadens-Register noch Kosten der Beseitigung der Schäden und Schmierereien vorgelegt oder veröffentlicht worden.

Wie man lesen kann, sollen mindestens 15.000 €, und die werden mit Folgekosten sicher nicht annähernd ausreichen, für die Überwachung der Schule und später auch des neuen Bildungszentrums aus Steuergeldern einfach mal so ausgegeben werden, ohne Nutzen und Kosten einmal genau gegenüber gestellt zu haben.

Bedenkt man im gleichen Atemzug, dass unlängst gerade die Boostedt eigene Aufstellung eines einzigen Papiercontainers, Kosten ca. 6.000 € + anteilige Reinigungskosten des Sammelplatzes mit Bravour von beiden „Volksparteien“ abgeschmettert wurde („Der Bürger wird sich schon daran gewöhnen“), dann sind solche pompösen Überwachungsmaßnahmen absolut nicht zu verstehen. Solche Feststellungen sind in dem Zusammenhang zynisch und fehl am Platze.

Bedenkt man weiter, dass Angebote für die eigenständige Entsorgung der Rest-Schadstoffe und des Altpapiers vorliegen und Kosten von ca. 2,50 € pro Bürger pro Jahr (!) verursachen, dann stellt sich die Frage: „Es wird jede Menge Geld durch die öffentliche Hand ausgegeben, ist dann für den Bürger dieser Betrag zu hoch?“ Ich halte den Betrag für sinnvoller eingesetzt als die Vollüberwachung unserer Kinder und Jugendlichen.

In dem Zusammenhang sei auch anzumerken, dass die Jugendarbeit trotz mühsamen Engagements mit einem kleinen Kellerraum ohne WC und Sanitärraum mehr als stiefmütterlich ein Schattendasein in Boostedt fristet. Hier sollte man ansetzen, um manchen berechtigten Frust von ein paar Jugendlichen durch Spaß an der Freude zu nehmen. Für mehr Jugendarbeit wäre das Geld wesentlich besser eingesetzt.Eine Hoffnung gibt es noch.

Das Bildungszentrum wird erst 2020 begonnen und im Frühjahr 2021 fertiggestellt. Vielleicht Zeit genug, dass mancher Politiker sich noch eines Besseren besinnt.

Den Auszug aus dem holsteinischen Courier vom 15.06.2019 finden Sie hier –> Dokument abrufen

Mit freundlichen Grüßen

Peter Windisch – Fraktionsvorsitzender UWB